Digitales Shopfloor Management

Der Weg zum digitalen Shopfloor Management

20. August 2020 Digitalisierung

Der globale Wettbewerb fordert Unternehmen heraus, ihre Effizienz und Produktivität immer weiter zu erhöhen. Aus gutem Grund wird daher oft über Prozessoptimierung nachgedacht und auch die Realisierung mit verschiedenen Methoden und Werkzeugen angegangen. Der Produktion bzw. dem sogenannten Shopfloor kommt hierbei eine besonders wichtige Rolle zu: Hier auf dem Shopfloor erfolgt die Wertschöpfung, die den Unternehmenserfolg erst ermöglicht. Dabei werden Tätigkeiten in der Fertigung oftmals durch gezielte Managementaktivitäten organisiert. Die Managementebenen mit dem Shopfloor zu verbinden, stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar. Aus diesem Grund hat sich in den letzten Jahren das Thema Shopfloor Management (SFM) zunehmend in den Unternehmen etabliert.

Was ist Shopfloor Management?

Unter dem Begriff Shopfloor Management (SFM) wird die Ausführung und Optimierung von Leitungs- und Führungsaufgaben einer Fertigung verstanden. Der Begriff „Shopfloor“ steht dabei für den betrieblichen „Hallenboden“ bzw. den „Ort der Wertschöpfung“. Das heißt, Management und Mitarbeiter arbeiten mit dem Ziel zusammen Prozesse kontinuierlich zu verbessern – und zwar hauptsächlich am Ort der Wertschöpfung.

SFM ist ein etabliertes Verfahren, das mehr als Besprechungen und Kennzahlen-Boards umfasst. Durch eine menschenorientierte Führung steht vor allem die Mitarbeiterentwicklung im Vordergrund. Der persönliche Kontakt, regelmäßige Abstimmungen und eine hohe Identifikation mit den Arbeitsergebnissen sind entscheidend für den Erfolg des SFMs.

Welche Rolle spielt ein Shopfloor Management Board?

Neben täglichen Besprechungen in der Fertigung spielt das SFM-Board eine wichtige Rolle. Darauf wird für alle Mitarbeiter der aktuelle Stand in der Fertigung verständlich dargestellt.

Das SFM Board oder auch „Werkstatt-Tafel“ ist die Informationsbasis der Fertigungslinie bzw. Produktionseinheit und dient der Steuerung und Verbesserung der Produktion. Hier werden oftmals Tagessoll, Soll-Ist-Vergleiche der vergangenen Tage, Aufgabenverteilungen, Qualitätsinformationen und Arbeitssicherheit visualisiert. Auf diese Weise wird der aktuelle Status quo während den täglichen Besprechungen transparent und für alle Betrachter verständlich dargestellt. Wichtig ist dabei die Aktualität der Daten. Es zeigt sich jedoch häufig, dass Meetings zum größten Teil an papierbasierten Shopfloor-Tafeln stattfinden. Nur vereinzelt werden Kennzahlen in Echtzeit und digital genutzt.

Wie sieht der Weg zum digitalen Shopfloor-Management aus?

Zunächst einmal muss ein digitales SFM das Prinzip der Führung vor Ort unterstützen und ergänzen, denn insbesondere die Präsenz der Führungskräfte vor Ort ist ein zentraler Erfolgsfaktor des SFM. Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht bietet die Möglichkeit Gespräche über Probleme zu führen und Aufgaben verbindlich zu machen. Daher ist auch die Einbindung der Mitarbeiter ein wichtiges Element des SFM, dessen Bedeutung teils übersehen wird. Nur wenn alle Mitarbeiter an der kontinuierlichen Verbesserung und Entwicklung des Unternehmens beteiligt werden und ihre Ideen teilen können, profitiert das Unternehmen. In diesem Zusammenhang sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur konzeptuell, sondern auch bei der Umsetzung eines digitalen SFMs, weiterhin die Mitarbeiter einbezogen werden.

Damit ein digitales SFM realisiert werden kann, müssen verschiedene technische Anforderungen erfüllt werden. Hierzu sollten zu Beginn alle für das SFM relevanten Kennzahlen an ihrer Quelle erfasst und über Schnittstellen für eine automatisierte Nutzung vorbereitet werden: Die Stückzahlen aus einem MES, die Mitarbeiteranwesenheit aus einem ERP-System, Qualitätsprüfergebnisse aus einer internen Datenbank usw. Eventuell müssen Maschinen hierzu durch Sensorik und Mikroelektronik nachgerüstet werden (“Retrofitting”), um die Daten in der Fertigung überhaupt erfassen zu können.

Die Effizienzpotenziale, die sich hierbei ergeben, sind bedeutend, denn pro Linie dauert es am Tag oft mehrere Stunden, um alles zusammenzutragen, von einem Zettel abzuschreiben, in eine Excel-Liste einzutragen, das PDF auf dem Laufwerk abzulegen und ggf. wieder für ein analoges SFM Board auszudrucken. Die entstehenden Freiräume können so besser für Problemlösung und strategische Aufgaben genutzt werden. Zudem stehen die Daten dann ohne Übertragungsfehler und sofort – quasi in Echtzeit – zur Verfügung.

Neben den relevanten Daten muss die benötigte Hardware für die Einsatzszenarien vorhanden sein, das heißt, Bildschirme, Touch-Displays, Tablets etc. Nachdem alle relevanten Daten an ihrer Quelle organisatorisch und technisch erfasst sind und zur automatischen Nutzung zur Verfügung stehen, können auch weitere Schritte gegangen werden: Die Daten können mit KI-Technologien, also künstlicher Intelligenz, zur Erkennung von Mustern oder zur frühzeitigen Identifikation von Problemen und Problemursachen weiterverarbeitet werden.

Anschließend erfolgt die Implementierung einer Assistenzlösung zur Anzeige der verschiedenen Daten in Form von Echtzeit-Prozess- und Performance-Kennzahlen. Hierdurch ist es möglich, relevante Prozess- und Produktivitätsdaten, wie z.B. OEE, Engpässe, Zykluszeitabweichungen oder Qualitätsprobleme in Echtzeit darzustellen und damit die Basis für schnelle und nachhaltige Fehler- oder Abweichungsbehebungen zu schaffen. Dabei sorgt das Assistenzsystem dafür, dass nur genau die aktuell für die Situation und Fragestellung relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden, um Fehler zu vermeiden und die kognitiven Potenziale der Mitarbeiter effizient zu nutzen.

Welche Vorteile hat ein digitales Shopfloor Management?

Mit einem digitalen SFM ergeben sich zahlreiche Vorteile für produzierende Unternehmen im Vergleich zu Papierlösungen, Hybrid- oder Insellösungen: Beispielsweise erlauben es digitale Shopfloor-Lösungen, Probleme direkt und ohne Wartezeiten an den zuständigen Mitarbeiter zu adressieren. Häufig werden Fehler auch erst durch das SFM-System rechtzeitig entdeckt. Zudem gehen Probleme, die einmal gemeldet wurden, nicht mehr verloren und durchlaufen konsequent einen definierten Problemlösungsprozess. Neben diesen stärker operativen Vorteilen ermöglichen umfangreichere und aktuelle KPIs auch eine bessere Trenderkennung und eine leichte Vergleichbarkeit durch historische Daten – auch in Bezug auf den Erfolg von Maßnahmen. Darüber hinaus reduziert sich durch die automatische Datenaufbereitung und Aggregation auch der Aufwand zur Vor- und Nachbereitung der Shopfloor-Besprechungen und Management-Aktivitäten bei gleichzeitig besserer Einbindung und Information aller Beteiligten.

 

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