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Mobiles Assistenzsystem zur intelligenten Werkerführung

23. September 2019 Digitalisierung

Unser Kunde produziert hochwertige Schließanlagen, sowohl für Privat- als auch für Industriekunden. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Wettbewerbern ist die kurze Lieferzeit. So liefert unser Kunde z. B. Schließanlagen von bis zu 100 Schließzylindern aus dem Standardportfolio in nur 48 Stunden vom Auftragseingang bis zur Auslieferung.

 

Ausgangssituation und Herausforderungen

Diese extrem kurzen Durchlauf- und Reaktionszeiten und die häufigen Einlastungen über der theoretischen Kapazitätsgrenze führen zu Zeitdruck unter den Mitarbeitenden und zu verstärkten Auslastungsschwankungen. Hieraus resultiert ein hoher Aufwand für die Mitarbeitenden zur Fehlervermeidung.

Eine zusätzliche Belastung entsteht durch einen kundenspezifischen Variantenmix, also eine Vielzahl zu beachtender Sonderwünsche von Kunden. Diese Komplexität führt ebenfalls zu sehr hohen Anforderungen an die Mitarbeiter. Fehler lassen sich oftmals nur mit sehr hohem organisatorischem Aufwand vermeiden und die papiergebundene Informationsbereitstellung vergrößert zusätzlich die „Suchzeiten“ und verursacht Mehraufwände.

 

Lösungsansatz

Um den genannten Herausforderungen zu begegnen, war eine gezielte digitale Informationsbereitstellung für die Mitarbeitenden notwendig sowie eine Reflexion der täglichen Arbeit. Dabei müssten die Informationen sowohl produktspezifisch (z.B. Zeichnungen, Montaganweisungen), als auch auftragsspezifisch (z. B. Betriebsbogen) veranschaulicht werden, um die täglichen Arbeitsabläufe und Aufgaben der Mitarbeitenden zu unterstützen. Die Möglichkeit, zusätzliche Hinweise und Anweisungen aufrufen zu können, sollte zudem Unsicherheiten bei den Mitarbeitenden reduzieren.

Im Detail spielten für den Lösungsansatz folgende Punkte eine besondere Rolle:

  • Papierlose Fertigung – zur Minimierung von Suchaufwänden
  • Zentrales und integriertes Informationssystem – zur Informationsbereitstellung, Fehlervermeidung und Reflexion
  • Rollenmodell – zur gezielten Informationsbereitstellung gemäß den Rollen der Mitarbeitenden

ProConn.work

Die Realisierung des Assistenzsystems erfolgte auf Basis des von der IBIZ eingesetzten User Centered Design (UCD) Prozess (ISO 9241-210). In diesem Modell steht der Endnutzer in jeder Phase der Entwicklung im Mittelpunkt. Diese Vorgehensweise stellte sicher, dass der Aufbau, die Inhalte und das Design des Endprodukts maßgeblich von den Bedürfnissen, den Erwartungen und dem Verständnis der Mitarbeitenden bestimmt werden. Für ein bedarfsgerechtes Informationssystem wurden in der Analysephase verschiedene Methoden aus dem UCD gewählt, um die Mitarbeitenden, deren Bedürfnisse, Kompetenzen, Workflows und Probleme genauer zu untersuchen und zu spezifizieren. Aufbauend darauf wurden Konzepte und Prototypen entwickelt sowie diese iterativ mit den Mitarbeitenden geprüft und evaluiert, bis die Herausforderungen adressiert und die Anforderungen erfüllt waren. Dieses Vorgehen förderte klar erkennbar die Akzeptanz und eine positive User Experience.

 

Ergebnis und Nutzen: Einfacher Montageprozesse durch eine passende Informationsbereitstellung

Montagetisch

Im Ergebnis wurde ein Assistenzsystem entwickelt, das die Speicherung, Bereitstellung und Verteilung von Daten ermöglicht. Hierzu wurde eine globale Schnittstelle geschaffen, die alle Dienste bündelt.

Zu den zuvor definierten Schwerpunkten wurden folgende Ergebnisse erreicht:

  • Papierlose Fertigung: Alle nötigen (papiergebundenen) Informationen und Prozesse zur Montage der Schließanlagen wurden digitalisiert. Für die Auftragsverwaltung wurde ein System zur Verfügung gestellt, um die Aufträge für die papierlose Fertigung vor Ort starten zu können.
  • Zentrales Informationssystem: Die Informationsbereitstellung und Kommunikation am Montageplatz erfolgen nun über ein Tablet. Im Hintergrund stehen MES-Daten dienstebasiert zur Verfügung und werden für die Anzeige integriert und entsprechend dem Informationsbedarf und den Aufgaben des Mitarbeiters aufbereitet. Die Mitarbeitenden können zudem über eine Nachrichtenfunktion die jeweiligen Mitarbeitenden über fehlerhafte oder falsche Teile informieren und so lange Laufwege und Zeit einsparen sowie eine frühe Reaktion auf Fehler ermöglichen.
  • Rollenmodell: Über das Rollenmodell können für alle Benutzer verschiedene Berechtigungen zu Gruppen und Daten einfach vergeben und verwaltet werden. Auf diese Weise erhalten die Mitarbeiter nur die Informationen, die sie auch wirklich benötigen.

 

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